Sie sind hier: >>> Geschichte
Geschichte der Lebkuchen
Geschichte der Lebkuchen
Die Geschichte der Lebkuchen lässt sich bis in das alte Ägypten zurückverfolgen. Aus Grabbeigaben schlussfolgert man, dass in Ägypten bereits Honigkuchen, die Vorläufer der heutigen Lebkuchen, hergestellt wurden. Ganz sicher ist aber die Tatsache, dass Honigkuchen bereits 350 vor Christus hergestellt wurden, denn dies wird durch Niederschriften aus damaligen Zeiten bestätigt. Früher war der Lebkuchen kein reines Weihnachtsgebäck, sondern wurde das ganze Jahr hindurch verzehrt. Aufgrund seiner langen Haltbarkeit war er als Vorrat für schlechte Zeiten sehr geschätzt.
Erst viel später wurde das Rezept des ursprünglichen Honigkuchens abgewandelt und das Gebäck wurde in eine andere Form gebracht, wobei Rezepte und Formen je nach Region recht unterschiedlich ausfallen konnten. Es wird vermutet, dass Lebkuchen, wie wir sie heute kennen, in Belgien entstanden sind und von dort aus ihren Weg nach Aachen fanden, wo noch heute die Aachener Printen hergestellt werden, die sich nicht nur in und um Aachen großer Beliebtheit erfreuen.
Seit eh und je wurden Lebkuchen vor allem von Nonnen und Mönchen in Klöstern hergestellt. In Franken diente der Lebkuchen in den Klöstern als Nachspeise. In fränkischen Klöstern nahmen die Lebkuchen als Honigkuchen oder Pfefferkuchen ihren Anfang. Später wurden die Rezepturen verfeinert und aus eher praktischem Nutzen entstanden die heute so beliebten Oblatenlebkuchen. Einige Mönche hatten die Oblaten unter den Teig gelegt, um damit das Festkleben der gebackenen Fladen auf dem Backblech zu verhindern. Damit begann der Durchbruch der Oblatenlebkuchen.
Dass Nürnberg zu einer der Hauptproduktionsstätten von Lebkuchen wurde, liegt sicherlich an den günstigen örtlichen Gegebenheiten. In Nürnberg befand sich nicht nur eine besondere Nähe zu den Gewürz- und Handelsstraßen, so dass eine Versorgung mit den für Lebkuchen erforderlichen Gewürzen stets gewährleistet war, auch war die Honigquelle nicht weit, denn diese befand sich im umliegenden Reichwald, wo die Zunft der Zeidler für ständigen Nachschub des natürlichen Süßungsmittels sorgte. An die benötigten Zutaten zu gelangen, war also für die Nürnberger nicht schwer.
Im 14. Jahrhundert war Nürnberg bereits für seine Lebküchnereien bekannt, jedoch war dieses Handwerk lange nicht als solches anerkannt. Die erste Nürnberger Lebkuchenzunft entstand mit Genehmigung der Stadt Nürnberg erst im Jahre 1643. Die damalige Zunft wurde von 14 Lebküchnermeistern gegründet. Innerhalb der Zunft war nur derjenige Lebküchner zum Verkauf seiner Produkte berechtigt, der diese in einem eigenen Backofen herstellen konnte. Auch sonst wurden den Lebküchnern durch die ab 1645 geltende Lebküchner-Ordnung unzählige strenge Vorgaben auferlegt, die zu erfüllen waren, um eines Meisters würdig zu sein.
Außer in Nürnberg wurden Lebkuchen vorwiegend dort hergestellt, wo eine örtliche Nähe zu den damaligen Handelswegen bestand. Hierzu zählten Ulm, Basel, Köln und Augsburg, ferner München und das westpreußische Thorn.
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden Lebkuchen stets als flache Fladen in runder oder rechteckiger Form gebacken. Als zu diesem Zeitpunkt das Backpulver entwickelt wurde und somit ein Aufgehen des Teiges möglich war, wurden immer neue Varianten des Lebkuchens entwickelt, zu denen auch Gewürzkuchen oder Honigkuchen gehören. Während Gewürzkuchen vorwiegend zur Weihnachtszeit gebacken werden, sind einfache Honigkuchen ganzjährig erhältlich und werden unter anderem auch zur Herstellung von Süßspeisen und Saucen verwendet.

